• Mandy

Mein Raum, Dein Raum | Spaces

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Anfang August bin ich nach elf Jahren im Ausland wieder in meine deutsche Heimat zurück gekehrt. Mein Weg führte mich dabei zuerst in das Dorf meiner Kindheit, in dem ich aufgewachsen bin. Es war schön dort mit meinen Wurzeln wieder verbunden zu sein. Aber es war auch schrecklich.

Durch die Wohnsituation meiner Familie dort gab es keinen Raum, in dem ich mich hätte zurückziehen können. Außerdem war ich damit konfrontiert, dass niemand auch nur einen Hauch von Verständnis oder Interesse für Spiritualität hat. Die Energien sind schwer und klebrig, wie Teer legen sie sich auf alles und versuchen in jede Ritze einzudringen, um die Leichtigkeit zu ersticken.


Das war eine harte Schule für mich, aus der ich wichtige Lektionen mitgenommen habe. Vor allem ist mir nie zuvor in solcher Dringlichkeit bewusst gewesen, wie wichtig ein Rückzugsort ist. Ein Raum, den man nach den eigenen Vorstellungen gestalten kann. Ein Raum, in dem man ganz man selbst sein kann, ohne Fremdenergien.


Denn es ist eben nicht möglich alles was man braucht einzig und allein in sich selbst zu finden!


Den klugen Ratschlag hat eine Freundin mir gegeben, mit der ich geschrieben hatte, als es mir gerade besonders dreckig ging. Es war gut gemeint, aber absolut nicht hilfreich und es ist auch total unrealistisch, wenn gewisse Umstände dafür nicht gegeben sind.


Man darf sich nicht von äußeren Gegebenheiten abhängig machen, aber es ist von essentieller Bedeutung, dass man einen Raum für sich hat, in dem man nicht gestört oder unterbrochen wird, wenn man das Bedürfnis nach Rückzug hat, wenn man auftanken muss.


Nach zwei Wochen ohne so einen Raum kam ich meinen Grenzen immer näher, die Nerven gelangten mehr und mehr an die Oberfläche. Spaziergänge und Zeit im Wald halfen, aber da die Zeit umgeben von negativen Energien und Menschen, die sie mir nur so absaugten, schwer überwogen, war der Effekt nur von kurzer Dauer.


Ich stellte fest, dass ich jetzt sehr empfindlich auf Energie-Vampire reagiere und einerseits einen Fluchtdrang habe (dem ich nicht nachgeben konnte, weil es keinen Raum dafür gab) und andererseits wollte ich dagegen ankämpfen, was sinnlos gewesen wäre, weil ich diese Menschen nicht ändern werde.

Als es dann endlich wieder weiter ging und ich vorübergehend in einer eigenen Wohnung war, ging es mir schlagartig besser. Inzwischen bin ich wahrlich in einem neuen zu Hause angekommen und jetzt kann ich die Familie wieder ertragen und kurzzeitig macht es mir auch nichts aus, wenn mir die Energie geraubt wird, weil ich weiß, dass ich sie jederzeit wieder regenerieren kann, sobald ich zu Hause bin.


Mit Andye sprach ich über den Ausdruck anderen Menschen ihren "Raum zu geben" und sie lehnt dieses Bild ab, weil sie sagt, dass sie anderen nichts geben muss und will. Statt dessen spricht sie davon andere schlichtweg in ihrem Sein zu "bezeugen" und damit resoniere ich durchaus auch, denn vor allem in meinen Lesungen bezeuge ich die Menschen in ihrem Wachstum, in ihren Erkenntnissen und Erlebnissen in höheren Ebenen.


Doch auch im Alltag ist es wichtig die Leute um sich herum in ihrem Sein zu bezeugen und genauso sein zu lassen, wie sie sind, ohne sie zu verurteilen. Um das leisten zu können, muss man allerdings über die nötigen Reserven verfügen.


Schaut euch die Räume in eurem Leben deshalb gut an. Habt ihr einen Raum nur für euch? Welche Räume teilt ihr mit welchen Menschen? Wie sind die Energien dort? Wie ändern sich die Energien mit den Menschen?